Elektronische Gesundheitskarte trotz aller Widerstände

Keiner will sie, weder Patienten noch Ärzte. Trotzdem werden gerade geschätzte 200 Millionen Euro ausgegeben um in den Arztpraxen, die noch nicht funktionstüchtige aber bereits eingeführte neue Krankenkassenkarte durch neue Lesegeräte lesbar zu machen. Jeder Praxis werden bundesweit 1 bis 2 stationäre Kartenlesegeräte und ein mobiles Lesegrät durch Ihre Krankenkassenbeiträge subventioniert. Im Schnitt ca. 800,- € je Praxis. Betrachtet man sämtliche bundesweiten Praxen aller niedergelassenen Ärzte, Psychotherapeuten und Zahnärzte so kommt man auf ca. 250.000 Praxen.

-> 250.000 x 800,- € = 200.000.000 €

Würde man sich die Mühe machen und alle Krankenhausambulanzen in denen ein Kartenlesegerät genutzt wird hinzurechnen, würde sich dieser Betrag vermutlich vervielfachen.

Wir sind der festen Überzeugung, dass diese Kassenbeiträge deutlich besser eingesetzt werden könnten. Wir sind entschieden gegen die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte, da wir hier keine wesentlichen Vorteile für die Patienten sehen, sondern in erster Linie einen massiven Eingriff in das Arztgeheimnis. Dazu muss man wissen, dass nicht die Speicherung der individuellen Krankendaten auf dieser Karte geplant ist - was durchaus sinnvoll sein könnte - sondern sich diese Daten auf einem zentralen Rechner befinden sollen. Damit ist dem Datenmissbrauch Tür und Tor geöffnet. Kein Patient wird sich weiterhin sicher sein können, dass seine Krankheiten nur seinem Arzt bekannt sein werden. Die Gesundheitsprüfung für eine Lebensversicherung, der Kurantrag, der Antrag auf Eintritt in eine private Versicherung, vermutlich auch jeder Rentenantrag oder Antrag auf Schwerbehinderung könnte demnächst nicht mehr durch die ärztliche Auskunft, sondern durch den Blick in Ihre elektronische Gesundheitskarte entschieden werden. Dagegen sollten sie sich als Patient wehren.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Internet z.B. unter:
www.stoppt-die-e-card.de
www.diekrankheitskarte.de

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Wir sind seit ca. fünf Jahren eine „papierlose Arztpraxis". Das zeigt, dass wir neuen Techniken durchaus aufgeschlossen sind. Wir sehen, dass eine Nutzung von medizinischen Daten in elektronischer Form äußerst sinnvoll und effizient sein kann. Dabei sollte aber der Patient als mündiger Bürger das Selbstbestimmungsrecht über seine Daten behalten. Aktuell planen wir als Praxis an einem Pilotprojekt (maxiDoc®) teilzunehmen, bei dem alle Daten des Patienten lediglich auf einem USB-Stick gespeichert sind, den nur der Patient mit sich führt und bei denen nur der Patient selbst entscheidet welche Daten darauf gespeichert werden. Gerne laden wir sie ein an diesem Projekt teilzunehmen, wenn es soweit ist. Sprechen Sie uns gerne an.

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